Lateinamerika

Die Regierung Hugo Chávez hat Bildung zum Staatsziel erklärt. Bekämpfung des Analphabetismus und Ausbildung von Fachkräften zur Unterstützung des Transformationsprozesses. Ein Vorabdruck aus »Venezuela Bolivariana. Revolution des 21. Jahrhunderts?«

Die Ethik des Kollektiven

Ein kostenloses öffentliches Schulsystem existierte in der Zeit vor der Chávez-Regierung nur auf dem Papier, de facto erhoben die öffentlichen Schulen individuell festgelegte Schulgebühren, um so die staatlichen Finanzierungslücken zu stopfen. So liegt ein besonderer Schwerpunkt der Regierungsprogramme im Bildungsbereich. Laut Artikel 102 der neuen Verfassung ist Bildung »ein Menschenrecht und eine fundamentale soziale Pflicht«. Die Verfassung legt zudem die Verpflichtung des Staates fest, ein öffentliches und kostenloses Bildungswesen aufzubauen, das nicht privatisiert werden darf.

Interview de Dario Azzellini, co-auteur du livre "Le business de la guerre"

"Dans les conflits actuels, le nombre de victimes civiles augmente sans cesse, tandis que les secteurs militaires prennent de moins en moins de risques"

Question : Comment a été réalisé cet ouvrage ?

Burchardt, Hans-Jürgen, Schmetterling Schmetterling Verlag, Stuttgart 2004 (320 S., br., 16,80 €)

Rezension "Zeitenwende. Politik nach dem Neoliberalismus"

Der Titel schraubt die Erwartungen hoch. Zumal wenn im Vorwort treffend festgestellt wird, die >Gestaltung einer Politik nach dem Neoliberalismus< gehört zu den Kernaufgaben des 21. Jahrhunderts. Zentral für eine antisystemische Politik ist dabei >Demokratie und Markt zusammen zu denken< (279), womit die Frage nach den Zielen eines Gesellschafts- und Wirtschaftssystems wieder in den Vordergrund der allgemeinen politischen Debatten gerückt werden soll. Verf. beginnt seine Analyse alternativer Politik mit den ehemaligen staatssozialistischen Ökonomien.

Gegen die Widerstände der alten Eliten schreitet die Bodenrefom in Venezuela voran. Sozialprogramme der Regierung unterstützen den Wandel

Land für alle

»Nieder mit dem Großgrundbesitz« und »Land für alle« – solche Transparente schmücken den Eingang zur landwirtschaftlichen Kooperative »Bella Vista 2005« in der Nähe der Ortschaft Urachiche. Die Kooperative im zentralvenezolanischen Bundesstaat Yaracuy wurde erst vor drei Monaten gegründet. Hier ist es das gesamte Jahr über schwül-heiß, die Sonne brennt gnadenlos vom Himmel. Doch Wasserreichtum und fruchtbarer Boden sorgen für ein sattes Grün, wohin das Auge blickt.

In Venezuela machen Gewerkschaften und Regierungsvertreter nun tatsächlich Ernst mit der Enteignung von stillgelegten Betrieben und neuen Modellen der Arbeiterselbstverwaltung

Venezuela rüttelt an den Produktionsverhältnissen

Ende Juli 2005 erklärte der venezolanische Präsident Hugo Chávez in seiner TV-Sendung «Aló Presidente», man prüfe derzeit die Enteignung von 136 geschlossenen Unternehmen. «Die Existenz geschlossener Unternehmen verstösst gegen die nationale Verfassung; das ist genauso wie bei brach liegendem Land», sagte Chávez. Die Ankündigung erfolgte bei der Wiedereröffnung einer neun Jahre lang geschlossen Kakaofarm, die von den Arbeitern mit einem Kredit der Regierung gekauft und in die «Unión Cooperativa Agroindustrial del Cacao» verwandelt wurde.

Radical social transformation in Venezuela under Hugo Chávez

Reversing the Process of Exclusion

When he took over the Venezuelan presidency on February 2, 1999, the former army colonel Hugo Chávez ended what had de facto been forty years of two-party rule by the social democratic Acción Democrática and the social Christian Copei.1 These two parties represented a constantly shrinking percentage of the population in the world’s fourth biggest exporter of crude oil: mostly, the upper class linked to the pension model of the state-run oil sector, and the middle class, growing poorer since the 1980s.

Verlockung des Nützlichen

VENEZUELA

Besetzte Betriebe, Enteignungen und Arbeitermitverwaltung - Präsident Chávez denkt an die "Wende zum Sozialismus des 21. Jahrhunderts"
Hundertsechsunddreißig stillgelegte Betriebe würden derzeit überprüft, um sie vielleicht zu enteignen, meinte jüngst Präsident Chávez in seiner wöchentlichen TV-Sendung Aló Presidente. Brach liegende Firmen seien genauso schädlich wie brach liegendes Land.

40 Arbeiter der "Snacks America Latina" halten seit August in Barquisimeto ihren Betrieb besetzt, weil ihnen das Recht, sich gewerkschaftlich zu organisieren verweigert wird. "Snacks America Latina ist dabei wahrlich kein kleines Unternehmen, hinter dem Namen steht der transnationale Lebensmittelkonzern „Frito Lay“ (Mexiko/USA), der die auch in Deutschland erhältlichen „Doritos“ und weiteres Knabberzeug produziert" - schreibt Dario Azzellini in seinem jw-Lesereisebericht "David gegen Goliath" (eine leicht erweiterte Fassung des Berichts in der "Jungen Welt" vom 26. Oktober 2005)

Streik für Gewerkschaftsrechte - heute schon geknabbert?

David gegen Goliath
Arbeitskampf bei Knabbermulti in Venezuela

Dario Azzellini

Die Beschäftigten von „Snacks America Latina“ am Rande der Millionenstadt Barquisimeto in Zentralvenezuela halten seit 67 Tagen, seit dem 22. August ihren Betrieb besetzt, um ihre verfassungsgemäß gegründete Gewerkschaft und eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen durchzusetzen. Die dritte JW-Lesereise war vor Ort, um sich über den Arbeitskampf zu informieren und sich mit den Beschäftigten zu solidarisieren.

jW-Leserreise in Venezuela: Seit zwei Monaten tritt die Belegschaft von »Snacks America Latina« für eine Gewerkschaftsvertretung ein

Snacks und Klassenkampf

Die Straße vor dem Betrieb ist mit Baumstämmen, Ästen, Eisenrohren und Autoreifen versperrt. Seit über zwei Monaten halten die Beschäftigten von »Snacks America Latina« am Rande der Millionenstadt Barquisimeto in Zentralvenezuela ihren Betrieb nun schon besetzt. Vor den Werkstoren stehen einige Arbeiter Wache, andere liegen in den Lieferwagen des Unternehmens auf Matratzen und schlafen. Die Nacht war kurz. Schon um vier Uhr morgens tauchte eine Richterin auf. Zusammen mit 60 Polizisten versuchte sie, dem Zweigstellendirektor gewaltsam Zugang zum Betriebsgelände zu verschaffen.

Prozess gegen Attentäter auf Staatsanwalt Anderson beginnt

Venezuela: Bombenleger vor Gericht

Am Dienstag, den 20. September beginnt in Caracas der Prozess gegen drei Venezolaner, die beschuldigt werden im vergangenen Jahr den Staatsanwalt Danilo Anderson mittels eines Sprengstoffanschlags ermordet zu haben. Am Abend des 18.11.2004 um 21:47 Uhr zerriss eine Bombe in Caracas das Auto des Staatsanwaltes. Die Sprengladung war so stark, dass es Stunden dauerte, bevor seine Leiche identifiziert werden konnte. An einem politischen Hintergrund des Anschlags bestand vom ersten Moment an kein Zweifel.