Occupy, Resist, Produce - RiMaflow

Occupy, Resist, Produce - RiMaflow
  • Occupy, Resist, Produce - RiMaflow
  • Autor: Dario Azzellini & Oliver Ressler
  • Länge: 34Minuten
  • Veröffentlicht 2014
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Die Maflow-Fabrik in Trezzano sul Naviglio, angesiedelt im Industriegebiet von Mailand, war Teil des italienischen transnationalen Autoteilherstellers Maflow, eines der wichtigsten Produzenten von Klimaanlagenrohren weltweit. Von den Folgen der Krise verschont und mit ausreichend Auftraggebern, um die Produktion aufrecht zu halten, wurde Maflow 2009 aufgrund betrügerischer Insolvenz geschlossen. Die ArbeiterInnen der Fabrik in Mailand, Maflows Hauptproduktionsstandort, begannen einen Kampf, um die Fabrik wiederzueröffnen und ihre Stellen zu behalten. Sie besetzten das Gelände und veranstalteten spektakuläre Proteste auf dem Dach der Fabrik. Aufgrund ihres Kampfes wurde die Maflow-Gruppe neuen Geldgebern angeboten und im Oktober 2010 an den polnischen Investor Boryszew verkauft. Ohne die Produktion jemals wieder aufgenommen zu haben, schloss der neue Besitzer die Fabrik in Mailand im Dezember 2012 und transportierte den Großteil der Maschinen ab.

Im Februar 2013 besetzten ehemalige Maflow-MitarbeiterInnen die Fabrik, gemeinsam mit anderen prekär Beschäftigten und ArbeiterInnen einer nahegelegenen Fabrik, die ebenso in Folge betrügerischen Konkurses geschlossen wurde. Die zwanzig ArbeiterInnen, die sich seither hauptberuflich dem Projekt widmen, haben sich selbst und die Fabrik vollkommen neu erfunden. Sie begannen, Computer und elektronische Haushaltsgeräte wiederzuverwerten, öffneten eine Bar und Cafeteria, organisieren einen Flohmarkt und kulturelle Aktivitäten mit der Nachbarschaft, vernetzen sich mit ansässigen Bio-BäuerInnen und haben eine Gruppe für solidarisches Einkaufen ins Leben gerufen. Ihr Plan ist es, die Fabrik in einen Betrieb für industrielle Abfallverwertung umzuwandeln. Wie die ehemalige Maflow-Mitarbeiterin Mariarosa Missaglia erklärt, ist es das Ziel, „die Fabrik ohne Bosse wieder auf die Beine zu stellen“. Ihr Kollege Antonio Galliazzo betont, dass dies keine einfache Aufgabe ist: „Wir sind auf dem Weg, die Selbstverwaltung aufzubauen, denn die Selbstverwaltung kommt nicht von oben. Auf diesem Weg ist es klar, dass wir auf eine Reihe von Schwächen stoßen, Dinge, die nicht funktionieren.“

Gleichzeitig wollen die ArbeiterInnen mit anderen sozialen Kämpfen verbunden bleiben. „Wir denken, unsere Erfahrung kann keine glückliche Insel sein, wo wir unser Einkommen beziehen und uns selbst arrangieren,“ erklärt Gigi Malabarba, Arbeiter und Mitwirkender bei RiMaflow, „Wir können siegen, wenn wir Teil eines größeren Konflikts werden und Erfahrungen wie diese sich verzehnfachen und verhundertfachen, um die Vorstellung zu nähren, dass eine andere Ökonomie möglich ist. Wenn die Ökonomie der Bosse in die Krise geraten ist, müssen wir eine andere Idee von Ökonomie entwickeln.“

“Occupy, Resist, Produce – RiMaflow” begleitet die ArbeiterInnen bei ihren Aktivitäten und Diskussionen sowie bei ihren politischen und strategischen Debatten.

Dieser Film ist der erste einer Reihe von Kurzfilmen über Besetzungen von Fabriken und die Produktion unter Arbeiterkontrolle in Europa.

Regie und Produktion: Dario Azzellini und Oliver Ressler
Kamera: Thomas Parb
Weitere Kamera: Rudolf Gottsberger
Tonassistenten: Riccardo Arrigoni, Emanuel Balbinot
Schnitt: Dario Azzellini und Oliver Ressler
Sound-Design, Mischung und Farbkorrektur: Rudolf Gottsberger

Dank an Ines Doujak, Gigi Malabarba, Pina Toscano, Marina Sitrin, Bert Theis

Das Projekt wurde in Teilen durch den Austrian Science Fund (FWF) AR 183-G21 gefördert.

Dank für die Unterstützung an die Johannes Kepler Universität Linz.

www.azzellini.net
www.ressler.at


Stills from Occupy, Resist, Produce - RiMaflow

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