Bolivarianische Revolution

Gegen die Widerstände der alten Eliten schreitet die Bodenrefom in Venezuela voran. Sozialprogramme der Regierung unterstützen den Wandel

Land für alle

»Nieder mit dem Großgrundbesitz« und »Land für alle« – solche Transparente schmücken den Eingang zur landwirtschaftlichen Kooperative »Bella Vista 2005« in der Nähe der Ortschaft Urachiche. Die Kooperative im zentralvenezolanischen Bundesstaat Yaracuy wurde erst vor drei Monaten gegründet. Hier ist es das gesamte Jahr über schwül-heiß, die Sonne brennt gnadenlos vom Himmel. Doch Wasserreichtum und fruchtbarer Boden sorgen für ein sattes Grün, wohin das Auge blickt.

Konterkarriert ein ausgeweiterter Tagebau in Venezuela die Leitlinie einer »nachhaltigen Entwicklung der Regierung Chávez?

Konflikte um geplanten Kohlabbau

Seit der Regierungsübernahme durch Hugo Chávez im Jahre 1998 findet in Venezuela eine tiefgreifende soziale Transformation statt, die »Bolivarianischer Prozeß« genannt wird. Diese neue Politik will erklärtermaßen nicht nur die Verteilung des Reichtums im Land verändern, sondern auch die Produktionsstruktur und die Besitzverhältnisse verändern und einen anderen Entwicklungsweg einschlagen. Der geradlinige Fortschrittsbegriff und die daraus resultierenden Entwicklungskonzepte wurden in Venezuela zu Gunsten einer »endogenen« und »nachhaltigen« Entwicklung aufgegeben.

La voz de la base de la revolución bolivariana

“Venezuela desde abajo”

Dario Azzellini es el co-director del nuevo documental “Venezuela desde abajo”. La campaña Manos Fuera de Venezuela (www.handsoffvenezuela.org) lo entrevistó sobre el documental y sus puntos de vista en relación a la revolución bolivariana.

Die Stimme der Basis in der Bolivarischen Revolution

Venezuela von unten

Dario Azzellini ist einer der beiden Regisseure des neuen Dokumentarfilms „Venezuela von unten“. Jorge Martin hat ihn für Hands Off Venezuela zum Film und seinen Eindrücken der Bolivarischen Revolution interviewt.

Jorge Martin (JM): Wie bist du auf die Idee gekommen, diesen Film zu drehen, und welche Verbindung besitzt du zur Bolivarischen Revolution?

Bolivarijanski proces: Konstituirajoča oblast, participacija in avtonomija

Hugo Chávez je leta 1989 s 56, 4% dobil predsedniške volitve. Uporabljal je protineoliberalni diskurz, še posebej proti privatizaciji državnega naftnega koncerna Petroleos de Venezuela S. A. (PDVSA) in obljubil volitve za ustavodajno skupščino. Drugega februarja 1999 je prevzel mandat, 25. julija je bila izvoljena ustavodajna skupščina, 15. decembra je bila preko referenduma z 80% glasov izvoljena nova ustava, »Bolivarijanska ustava«. Leta 2000 je bil Chávez v skladu z novo ustavo in z 59,7% glasov ponovno izvoljen.

Venezuelas Präsident Hugo Chávez setzte die lang erwartete Landoffensive um. Nun wird zugunsten der Kleinbauern und -bäuerinnen das Land neu verteilt.

Kampf dem Großgrundbesitz

»Dies ist ein historischer Tag: Das Land soll denen gehören, die es bearbeiten«, verkündete der venezolanische Präsident Hugo Chávez vor 10000 Kleinbauern Mitte Januar in Caracas. Aus Anlass des 145. Todestages des venezolanischen Bauernführers Ezequiel Zamora erklärte Chávez, dass der Kampf gegen den Großgrundbesitz vordringlich sei.

Bewegung und Staat in Venezuela

„Eine der einzigartigen Charakteristika der Bolivarianischen Revolution (...) liegt darin, dass es keine eigentliche Avantgarde gibt, die die revolutionäre politische Handlung anführt, sondern eine breite soziale Front, die aus verschiedenen Bewegungen besteht. Die einen organisiert als politische Parteien und andere, ein System von Basiskollektiven, die um die Bolivarianischen Zirkel und die diversen sozialen Missionen und Pläne gruppiert sind und mindestens 60% der Venezolaner umfassen.

Zu den gesellschaftlichen Umwälzungen in Venezuela unter Hugo Chávez

Den Prozess des Ausschlusses umkehren

Mit der Übernahme der venezolanischen Präsidentschaft am 2. Februar 1999 beendete der Ex-Armeeoberst Hugo Chávez eine de facto vierzig Jahre währende Zweiparteienherrschaft der sozialdemokratischen Acción Democrática und der christlich-sozialen Copei.1 Diese vertraten einen stetig schrumpfenden Bevölkerungsanteil des viertgrößten Erdölexporteurs der Welt: vorwiegend die an das Rentenmodell des staatlichen Ölsektors gekoppelte Oberschicht und die seit den 1980er Jahren verarmende Mittelschicht.

Kampf gegen den Großgrundbesitz in Venezuela

Chávez verspricht eine „Agrarrevolution“

Mit einer Offensive im landwirtschaftlichen Bereich beginnt die Regierung Venezuelas nun verstärkt mit der Umsetzung des bereits 2001 erlassenen Landgesetzes. Präsident Chávez kündigte nicht nur eine Umverteilung von Agrarland an kleine ProduzentInnen an, sondern betonte zudem die Bedeutung von begleitenden Maßnahmen, wie beispielsweise Fortbildungsmaßnahmen und die Bereitstellung von Maschinen.

Die venezolanische Regierung enteignet eine vom Eigentümer aufgegebene Fabrik. Chávez garantiert, dass das Privateigentum an den Produktionsmitteln nicht angetastet wird, solange produziert werde.

Eine Papierfabrik in Arbeiterhand

Per Dekret enteignete der venezolanische Präsident Hugo Chávez am Mittwoch, dem 19. Januar, den gesamten Besitz des Papierunternehmens Venepal. Die Firma hatte Anfang Dezember Konkurs angemeldet. Vor zehn Jahren war sie noch die grösste Papierfabrik Lateinamerikas. Damals hatte das Unternehmen1800 Beschäftigte. Dann begann der Eigner die Fabrik nach und nach zu demontieren. Er ist auch Teilhaber des transnationalen US-Papierkonzerns Smurfit, Venepals Konkurrenz in Venezuela.