Wie Gewerkschaften in Kolumbien für die Energiewende und die Demokratisierung der Wirtschaft kämpfen
Kolumbiens Energiegewerkschaften betrachten die Energiewende als Chance für einen Strukturwandel. Zu ihren zentralen Zielen gehören die Reindustrialisierung zur Erreichung von Energie- und Ernährungssouveränität sowie Wassergerechtigkeit. Im Einklang mit diesem egalitären, kollektiven und territorial verankerten Entwicklungsmodell fördern die Gewerkschaften – insbesondere im Kohlesektor – Arbeiter*innengenossenschaften. In seinem Beitrag zur Reihe „Deep Democracy“ untersucht Dario Azzellini die Verflechtung von Energiedemokratisierung und der Entwicklung einer alternativen Wirtschaft.
Der Sieg des rechtsextremen Kandidaten Abelardo de la Espriella in der zweiten Runde der Präsidentschaftswahlen am 21. Juni in Kolumbien war ein Schock für die Volksbewegungen und insbesondere für die Gewerkschaften im Energiesektor. Espriella erhielt 12,96 Millionen Stimmen (49,66 %), 2,6 Millionen mehr als im ersten Wahlgang, und besiegte damit knapp den linken Senator Iván Cepeda, der 12,71 Millionen Stimmen (48,7 %) auf sich vereinen konnte – ein Zuwachs von 3,04 Millionen. Cepeda erhielt 1,4 Millionen Stimmen mehr als der amtierende Präsident Gustavo Petro im Jahr 2022 – mehr als jeder andere linke Kandidat in der Geschichte des Landes. Dennoch reichte es nicht aus....
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