11/2016: Neues Buch über Kommunen und Arbeiterkontrolle; Commons u.v.m.

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11/2016, Newsletter Dario Azzellini auf Deutsch - 1.657 Abos

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0. Vorher: Die aktuelle Situation in Venezuela, neues Buch und mehr...

1. Neue Bücher

"Communes and Workers' Control in Venezuela. Building 21st Century Socialism from Below" (OUT NOW)

"An Alternative Labour History. Worker Control and Workplace Democracy" (Zed Books)

2. Akademische Artikel: Journal- und Buchbeiträge (Deutsch/English/Italiano)

3. Videos und Audios (Deutsch/English)

4. Journalistische Artikel (English/Polnisch/Spanisch/Türkisch)

5. Termine (İstanbul)

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0. Vorher

Hallo!

In Venezuela ist gerade eine angespannte Situation. Das Abwahlreferendum gegen Maduro sei abgesagt, die Oppositionsmehrheit in der Nationalversammlung will Präsident Maduro absetzen. Am Montag stürmten chavistische Basiskräfte die Nationalversammlung um den Plan der Opposition zu verhindern... was ist in Venezuela los?

Der Nationale Wahlrat Venezuelas (CNE) hat den nächsten Schritt der Unterschriftensammlung für ein Referendum zur Abwahl von Präsident Maduro  vorläufig ausgesetzt. Der Wahlrat reagierte damit auf die Entscheidung von mindestens fünf Regionalgerichten die Unterschriftensammlung in der Region auszusetzen und Strafverfahren einzuleiten da mehr als ein Drittel der Unterschriften der ersten Runde (bei der 1% der Wahlberechtigten eines jeden Bundesstaates unterzeichnen müssen) falsch waren. Daher wurde der nächste Schritt, die Sammlung der Unterschriften von 20% der Wahlberechtigten, ausgesetzt. 20 Führungskräfte der Opposition wurde untersagt ins Ausland zu reisen so lange ein Ermittlungsverfahren gegen sie läuft.

Entgegen aller Beschwerden von rechts und von links ist die Aussetzung der Unterschriftensammlung juristisch und verfassungsrechtlich zu rechtfertigen. Dass es legal ist, heißt aber nicht es sei auch politisch günstig oder richtig. Ich denke es ist ein politischer Fehler das Abwahlreferendum auf diese Weise weiter zu verzögern oder zu verhindern. Ein "Impeachment", also die parlamentarische Einleitung eines Verfahrens und die Absetzung des/der Präsidenten/in (wie in Brasilien, Paraguay, Honduras) existiert in Venezuela nicht. Die von der internationalen Presse wiederholten Behauptungen der
Opposition Präsident Maduro mittels der Nationalversammlung sind unsinnig und illegal.

Ein Blick auf die Details lässt vermuten, dass die Opposition das erreicht hat was sie wollte mit der Aussetzung des Abwahlreferendums und die Regierung ist in die Falle gelaufen, die die Opposition ausgelegt hat.

Seit Beginn der Unterschriftensammlung liegt der Verdacht nahe, die Opposition habe kein Interesse an eine Abwahlreferendum und der Übernahme der Regierung. Sie können die Ölpreise auch nicht steigen lassen und wollen kaum in einer Situation sein, in der sie für die Krise und die Unfähigkeit sie zu lösen, verantwortlich gemacht werden - das alles zwei Jahre vor den nächsten regulären Präsidentschaftswahlen. Die Opposition will ja die nächsten Präsidentschaftswahlen gewinnen...

Warum hat die Opposition die Unterschriftensammlung so spät aktiviert, dass  es bereits unwahrscheinlich schien das Abwahlreferendum könne noch 2016 stattfinden (und damit auch Neuwahlen - würde Maduro verlieren)? Wird es 2017 durchgeführt tritt an die Stelle Maduros - wenn er das Referendum verliert - der Vizepräsident bis zur nächsten regulären Wahl. Die Unterschriftensammlung hätte im Januar gestartet werden können und nicht erst Monate später. Die Opposition brauchte in der ersten Runde nur die Unterschriften von 1% der Wahlberechtigten (ca. 100.000-120.000 Unterschriften), gab aber 2,5 Millionen Unterschriften ab. Dies verzögerte die Überprüfung der Unterschriften. Mehr als ein Drittel der Unterschriften stellten sich als falsch heraus. Da die Unterschriftensammlung auf der Grundlage der Wahlregistrierungslisten läuft und die Identität mit dem Personalausweis bestätigt werden muss, sind mehr als ein Drittel falsche Unterschriften nicht einfach ein menschlicher Fehler, sondern verweisen auf einen organisierten und systematischen Betrug aus den Reihen der Referendum-OrganisatorInnen. Das Referendum wurde ohnehin nur von einer der drei großen Strömungen in dem Oppositionsbündnis MUD unterstützt (die anderen, so auch die Mehrheit der MUD-Abgeordneten unterzeichnete nicht einmal. Der Großteil der Opposition glaubte nicht an das Referendum und unterstützte es nicht.

Ist das stümperhafte Vorgehen der Unfähigkeit und Zerstrittenheit der Opposition geschuldet oder ist es Absicht eine Situation zu schaffen in der es einfach ist das Abwahlreferendum aufgrund legaler Probleme auszusetzen oder zu stoppen. Ganz gleich wie die Details und die legale Situation aussehen, national wie international wird es ein "weiterer Schlag Maduros gegen die Demokratie" sein. Aber auch politisch ist es falsch, sollte das Referendum nicht stattfinden. Die Möglichkeit eines Abwahlreferendums ist ein wichtiger und innovativer Bestandteil der venezolanischen Demokratie. Chávez selbst gewann ein Referendum zu seiner Abwahl überragend. Das würde Maduro sicher nicht gelingen. Aber so unbeliebt er und die Regierung auch sein mögen, dass er verlieren würde ist auch nicht sicher.

Das gesagt, muss unterstrichen werden, dass die Maduro-Regierung nicht überzeugend ist in ihrem Umgang mit der ökonomischen, politischen und sozialen Krise und noch weniger darin die eigenen Politiken der Bevölkerung und Basis zu vermitteln. Die Antworten sind nicht links,  anti-zyklisch, basisorientiet oder partizipatorisch, sondern eher die eines traditionellen autoritären Entwicklungs- und Staatszentrierten Modells, das zugleich versucht die Sozialausgaben zu erhalten. Es wird versucht ausländische Investitionen mit einer Öffnung des Bergbausektors für transnationale Unternehmen ins Land zu lotsen. In der Basis herrscht daher ein großes Misstrauen gegenüber der Maduro-Regierung. Die Opposition ist aber definitiv keine Alternative und eine linke Alternative hat sich bisher nicht konsolidiert. Ein Abwahlreferendum würde daher kein einziges der Probleme lösen, die Venezuela plagen (von der Wirtschaftskrise über die Führungskrise bis zur Krise des politischen Projekts).

Die rechte Opposition bereitet alles vor, um wie in Brasilien, Honduras und Paraguay den Präsidenten mittels eines "parlamentarischen Coups" abzusetzen. Abgesehen davon, dass dies in der venezolanischen Verfassung und Gesetzgebung nicht vorgesehen ist, ist auch das Argument der Opposition offensichtlich vorgeschoben. Es wird Maduro vorgeworfen durch seine letzte Auslandreise nach Katar und Saudi-Arabien seine Pflichten im Land als Präsident vernachlässigt zu haben.

Es ist daher nachvollziehbar und gut, dass die Basis sich mobilisiert und die Nationalversammlung besetzt hat, um eine Situation zu verhindern, die nach Außen wie die Absetzung von Dilma in Brasilien aussehen würde. Die Videos und Bilder aus der Nationalversammlung zeigen auch, dass es keine "Schlägertrupps der PSUV" waren, sondern Menschen aus den Armenstadtteilen, darunter viele ältere Frauen. In den großen Mobilisierungen die nun folgen werden sich viele aktivieren, die die Regierung Maduros sehr kritisch bis ablehnend gegenüber stehen, aber auf keinen Fall eine Rückkehr der Rechten erleben wollen. Das wird die Krise in Venezuela nicht lösen. Noch wird es die Maduro-Regierung (zumindest nicht auf sozialistische und partizipative Weise). Wenn die Ambitionen der  Rechten einen Zusammenbruch zu provozieren zurückgeschlagen werden, ist die zentrale Frage, ob es der chavistischen Basis gelingt für eine Veränderungen der Regierungspolitiken zu mobilisieren.


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Mein neues Buch "Communes and Workers' Control in Venezuela. Building 21st Century Socialism from Below" ist als gebundene Ausgabe und online book bei Brill erschienen. Direkt beim Verlag ist es ab sofort erhältlich. 2017 erscheint die sehr günstige Paperback-Ausgabe bei Haymarket (siehe Punkt 1).

Das Buch erfasst die Zeit von 1998 bis 2014. Doch auch inmitten der jetzigen multiplen Krise in Venezuela, befördert durch niedrige Ölpreise, Gewalt der Opposition, Wirtschaftskrieg der Privatunternehmer, politische und ökonomische Angriffe der USA, Korruption, Entscheidunglosigkeit der Regierung... kommen die positiven Impulse selbst die Krise und das kapitalistische Rohstoffbasierte Modell zu überwinden von den Comunas und Initiativen für Arbeiterkontrolle.

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Ich möchte auch noch auf auch eine Konferenz in Berlin hinweisen:

TACIT FUTURES. Towards the Democratic Control of Movement
Volksbühne at Rosa-Luxemburg Platz, Berlin, 27-29/10/16

Sollte nicht die jüngste Fluchtbewegnug, die sich über die ordnende Funktion von Grenzen hinwegsetzt, um ihren Anspruch auf ein besseres Leben zu behaupten – sollte nicht diese Bewegung zum Anlass genommen werden, die in unserer Gesellschaft längst fällige Grundsatzdiskussion über politische und ökonomische Teilhabe auf einen neuen, revolutionären Boden zu stellen? Die internationale Konferenz TACIT FUTURES lädt vom 27.10. bis zum 29.10. dazu ein, die (häufig unsichtbaren) Schauplätze der Bewegungskontrolle zu untersuchen und auf demokratische Potenziale sowie verborgene Zukünfte hin zu erkunden. In der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz in Berlin sprechen u.a. der international gefeierte Prozess-Philosoph Brian Massumi, die Initiatorinnen der Flüchtlingsbewegung rund um den International Women Space, der Anti-Deportationsaktivist Marcus Staiger, die Vordenkerin des Postkolonialismus Gayatri Chakravorty Spivak und einer der prägensten Pioniere des Netzaktivismus Konrad Becker. Konferenzsprache ist Englisch.

Weitere Info: http://berlinergazette.de/tacit-futures

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Allerbeste Grüsse,

Dario Azzellini

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1. Neue Bücher (English)

Communes and Workers' Control in Venezuela. Building 21st Century Socialism from Below. Brill. Nov. 2016 - Dario Azzellini.  OUT NOW!

In Communes and Workers' Control in Venezuela: Building 21st Century Socialism from Below, Dario Azzellini offers an account of the Bolivarian Revolution from below. While authors on Venezuela commonly concentrate on former president Hugo Chávez and government politics, this book shows how workers, peasants and the poor in urban communities engage in building 21st century socialism through popular movements, communal councils, communes and fighting for workers' control. In a relationship of cooperation and conflict with the state, social transformation is approached on 'two tracks', from below and from above. Azzellini’s fascinating account stands out because of the extensive empirical examples and original voices from movements, communal councils, communes and workers.

Out in now with Brill and in 2017 as paperback with Haymarket.

Read more and see table of content:

http://www.brill.com/products/book/communes-and-workers-control-venezuela
http://www.azzellini.net/node/2948

Online book:

http://booksandjournals.brillonline.com/content/books/9789004331754

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An Alternative Labour History. Worker Control and Workplace Democracy. Dario Azzellini (Ed.), 352 pages, Zed books.

The global financial crisis has led to a new shop floor militancy. Radical forms of protest and new workers' takeovers have sprung-up all over the globe. In the US, Republic Windows and Doors started production under worker control in January 2013, later that year workers in Greece took over and managed, on their own, a hotel, a hospital, a newspaper, a TV channel and a factory. The dominant revolutionary left has viewed workers' control as part of a system necessary during a transition to socialism. Yet most socialist and communist parties have neglected to promote workers' control as it challenges the centrality of parties and it is in this spirit that trade unions, operating through the institutional frameworks of government, have held a monopoly over labor history. Tracing Marx's writings on the Paris Commune through council communism, anarcho-syndicalism, Italian operaismo, and other 'heretical' left currents, this book uncovers the practices and intentions of historical and contemporary autonomous workers' movements that have been largely obscured until now...

Reviews:

Paul Buhle, Brown University, and Founder of Radical America: "An Alternative Labour History is a hugely important contribution to that old socialist question: how can ordinary people exercise self-government in the matters that matter most to their daily lives? The essays here update the vision of workers' councils in response to the ecological crisis and to the prospects raised by popular uprisings. Get this book!"

Susan Moir, University of Massachusetts Boston: "An Alternative Labour History is a must-read for those seeking fresh ways out of the current global morass. Azzellini and his contributors present a real and possible alternative to the twin corporate traps of monopoly capitalism and state socialism. There are lessons here for all who hold tight to the possibility for a future based on equality and social good."     

Read more and see table of content: http://www.zedbooks.co.uk/node/20812

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Read chapter 2: Contemporary Crisis and Workers Control Chapter taken from “An Alternative Labour History” | Edited by Dario Azzellini and published by Zed Books

During the first decade of the current century, factory occupations and production under workers’ control seemed to be limited mainly to South America, with a few exceptions in Asia...

Weiterlesen:
http://www.azzellini.net/node/2851 http://theoccupiedtimes.org/?p=13729

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2. Akademische Artikel: Journal- und Buchbeiträge (Deutsch/English/Italienisch)

Paramilitarismus in Kolumbien – Der illegale bewaffnete Arm der Eliten und des Kapitals, amerika21.de, 22.06.2016

Der Paramilitarismus ist ein strategisches Projekt und ein integraler Bestandteil des Staates

Die Paramilitärs in Kolumbien sind der bewaffnete Arm der Eliten, der von allen staatlichen Behörden, auf sämtlichen Verwaltungsebenen und in allen sozialen Schichten unterstützt wird oder damit verwoben ist. Sie wurden mithilfe der kolumbianischen Armee, mehrerer kolumbianischer und US-amerikanischer Geheimdienste und von Söldnern gebildet. Der Paramilitarismus ist ein strategisches Projekt und ein integraler Bestandteil des Staates. Die Paramilitärs spielen eine zentrale Rolle bei der Durchsetzung eines kapitalistischen neoliberalen Wirtschafts- und Gesellschaftsmodells mit enormen Verdienstspannen.

Der Beitrag ist original auf Spanisch erschienen in Ugalde, Alexander; Freytter-Florian, Jorge (Hg.): "Gegenwart und Zukunft Kolumbiens in Zeiten der Hoffnung" (Presente y futuro de Colombia en tiempos de esperanzas). Donostia: Servicio Editorial de la Universidad del País Vasco / Euskal Herriko Unibertsitatea (UPV/EHU)

Weiterlesen:

http://www.azzellini.net/buchbeitraege/paramilitarismus-kolumbien-%E2%80...
https://amerika21.de/analyse/152975/paramilitarismus-kolumbien

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Azzellini, Dario (2016): Class Struggle in the Bolivarian Process Workers’ Control and Workers’ Councils, In: Latin American Perspectives, 0094582X16666016, August 22, 2016

Workers’ initiatives and government measures in Venezuela to increase workers’ participation in the management of their companies sharply contrast with institutional actions that intend to inhibit and reduce such participation. Despite this, the movement for workers’ control in Venezuela has grown in recent years and achieved some important victories in conflicts in state companies.

http://www.azzellini.net/node/2968
http://lap.sagepub.com/content/early/2016/08/20/0094582X16666016.abstract

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Azzellini, Dario (2016): "Labour as a Commons: The Example of Worker-Recuperated Companies". In: Critical Sociology, 1–14, DOI: 10.1177/0896920516661856.

This article argues that labour can be understood as a commons, located in the discussion of how commons can advance the transformation of social relations and society. To manage labour as a commons entails a shift away from the perception of labour power as the object of capital’s value practices, towards a notion of labour power as a collectively and sustainably managed resource for the benefit of society. Given that social change is largely a result of social struggle, it is crucial to examine germinal forms of labour as a commons present in society. I focus my analysis on worker-recuperated companies in Latin America and Europe. Worker-recuperated companies are enterprises self-managed by their workers after the owners close them down. Despite operating within the hegemonic capitalist market, they do not adopt capitalist rationality and are proven viable. Worker-recuperated companies offer a new perspective on labour as a commons.

http://crs.sagepub.com/content/early/2016/08/05/0896920516661856.abstrac...

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Azzellini, Dario (2016): “The Communal State (Venezuela): Communal Councils and Workplace Democracy”. In: DuRand, Cliff (Editor): Moving Beyond Capitalism. New York: Routledge.

The book speaks to the widespread quest for concrete alternative ways forward 'beyond capitalism' in the face of the prevailing corporatocracy and a capitalist system in crisis. It examines a number of institutions and practices now being built in the nooks and crannies of present societies and that point beyond capitalism toward a more equal, participatory, and democratic society – institutions such as cooperatives, public banks, the commons, economic democracy. This seminal collection of critical studies draws on academic and activist voices from the U.S. and Canada, Mexico, Cuba, and Argentina, and from a variety of theoretical-political perspectives – Marxism, anarchism, feminism, and Zapatismo.

http://www.azzellini.net/node/2951
https://www.routledge.com/Moving-Beyond-Capitalism/DuRand/p/book/9781472...

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Azzellini, Dario; Castronovo, Alioscia. “Fabbriche recuperate e nuova istituzionalità Mutualistica.” De Nicola, Alberto; Quattrocchi, Biagio (Eds.) (2016): Sindacalismo sociale. Lotte e invenzioni istituzionali nella crisi europea. Roma: DeriveAprrodi, 128-149.

Dentro questo lungo ciclo di crisi, in diversi paesi europei, sembrano prendere corpo inedite forme di partecipazione politica e di lotta sociale. Ben lungi dall’essere semplicemente reazioni difensive contro le politiche di austerità, di smantellamento del welfare state universale, di compressione dei salari, di aumento della precarizzazione del lavoro e dell’impoverimento, queste lotte presentano un carico di sperimentazione e innovazione capace forse di imprimere una nuova fisionomia alle forme di organizzazione dei conflitti sociali. Pratiche di riappropriazione del reddito e autogestione dei servizi, esperimenti di mutualismo, nuove forme di conflitti sul lavoro e per il salario, esperienze costituenti di nuove istituzionali autonome, fino ad arrivare all’ipotesi di costruzione di inedite soggettività politiche che reinventano lo spazio della rappresentanza istituzionale e del governo.

Contributi di: Adalgiso Amendola, Marco Assennato, Dario Azzellini e Alioscia Castronovo, Alberto De Nicola e Biagio Quattrocchi, Veronica Gago e Sandro Mezzadra, Michael Hardt, Toni Negri, Francesco Raparelli e Cristian Sica, Raúl Sanchez Cedilo e Lotta Meri Pirita Tenhunen.

http://www.azzellini.net/node/2954
http://www.deriveapprodi.org/2016/05/sindacalismo-sociale/

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3. Videos und Audios (Deutsch/English)

Dario Azzellini: Rätedemokratie: Alternative zu Parlament und Kapitalismus? Marx21, Juni 2016, 33 min., Audio

Welche Alternativen von demokratischer Selbstorganisierung der Gesellschaft jenseits des Parlaments und des Kapitalismus können wir uns vorstellen? Ist das Modell einer selbstverwalteten Rätedemokratie dafür tauglich? In dieser Podiumsveranstaltung stellen Autor und Filmemacher Dario Azzelini und marx21-Koordinierungskreismitglied Stefan Bornost ihre Überlegungen hierzu vor.

http://www.azzellini.net/artikel/raetedemokratie-alternative-zu-parlamen...
https://soundcloud.com/marx21

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Dario Azzellini - Production and Common - What are we talking about?, Altra News: 19.03.2016, 16 min., Video

Commons is determined by the wish of stakeholders to govern a resource together, a principle which contests property rights on this resource. Nevertheless, the term resource is misleading, since the commons depends on activity, on using and taking care, agreeing on rules and finding systems to regulate use and access in order to create a sustainable common. Therefore, there is no commons without commoning (Linebaugh 2008). While originally applied to natural resources, the concept of commons or commoning has been extended to other spheres in recent years. We want to apply this political concept to labour and production in a mainly urban context. For that we recur to a practice coming from the global South, mainly Latin America, which spread to the global North during the contemporary crisis: Workers’ recuperations of closed down companies. In this context it is also interesting to look at how the workers themselves in the recuperated companies develop a link between the social and the ecological question.

http://www.azzellini.net/en/interviews/dario-azzellini-production-and-common-what-are-we-talking-about

https://www.youtube.com/watch?v=0tWFKVzHbhk

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4. Journalistische Artikel (English/Polnisch/Spanish/Türkisch)

Workers’ Control in the Crisis of Capitalism, Roar Magazine Issue #2

In February 2016, a dozen former workers of a small woodworks plant in the small Greek town of Patrida, some 60 kilometers from Thessaloniki, had had enough. Since 2008 they had been tricked by the owners. With a promise to pay back everything soon, the bosses did not pay the workers their full salary anymore, reduced working hours and announced bankruptcy without making it official. But the situation never improved and the workers never saw their money. Finally, in December 2015, the plant closed. The debt accumulated by the company in terms of unpaid salaries currently stands at around 700,000 euros.

Read more:
http://www.azzellini.net/node/2964
https://roarmag.org/magazine/workers-control-in-the-crisis-of-capitalism/

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Article in Polish:

nowyobywatel 29.09.2016: Tekst pierwotnie ukazał się na stronie internetowej roarmag.org

Jak pracownicy przejmują kontrolę w dobie kryzysu kapitalizmu

W lutym 2016 roku kilkunastu byłych pracowników zakładu obróbki drewna w niewielkiej greckiej miejscowości Patrida, około 60 kilometrów od Salonik, powiedziało „Dość!”. Od 2008 roku byli oszukiwani przez właścicieli. Obiecując rychłą wypłatę, szefowie nie wypłacali pracownikom pełnej pensji, zredukowali godziny pracy i ogłosili upadłość firmy – nie informując o tym oficjalnie. Sytuacja nie poprawiła się, a pracownicy nigdy nie ujrzeli swoich pieniędzy. W grudniu 2015 roku zakład został zamknięty. Dług firmy w postaci niewypłaconych pensji sięga obecnie 700 tys. euro.

http://www.azzellini.net/journalistische-artikel/jak-pracownicy-przejmuja-kontrole-w-dobie-kryzysu-kapitalizmu
http://nowyobywatel.pl/2016/09/20/jak-pracownicy-przejmuja-kontrole-w-dobie-kryzysu-kapitalizmu/

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NAHIMEN, Teoria eta estrategia, 2016/1, 19.02.2016
"La democracia no puede ser democracia si es cosmopolita"

A pocos metros de estación de Görlitzer Bahnhof, en pleno barrio de Kreuzberg (Berlín), el sociólogo y documentalista nos recibe en el módulo de su oficina para realizar nuestra primera entrevista en NAHIMEN. Hablamos sobre sus años de formación, su experiencia como investigador social y sus actividades políticas -y, cómo no, le agredecemos de todo corazón el tiempo que nos ha dedicado. Le enviamos pues un cordial abrazo desde Euskal Herria.

Leer entrevista:

http://www.azzellini.net/node/2963

http://nahimen.org/cas/revista.html
http://nahimen.org/onewebmedia/NAHIMEN2016.pdf

Entrevista con Darío Azzellni en NAHIMEN 2016/1

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Express 2016, 21/144: 42-48.

O yeşil ağacın söyledikleri, Dario Azzellini ile Röportaj

Geçem sayıda Arjantin´e uzanmış, işgal fabrikalarının esinlendirici öyküsünü  aktarmıştık. Şimdi, önce 1840'lardan günümüze işçi konseyleri ve işçi özyönetimlerine gidiyoruz, ardından günümüz işgal fabrikalarındaki son duruma bakıyoruz. Yıllardır fabrika işgallerini, işçi konseylerini belgeleyen. Emekçi Ekonomisi toplantılarıyla özyönetim fabrikalarını irtibatlandıran ekipten siyaset bilimci Dario Azzellini´ye mikrofonumuzu uzatıyoruz. O anlattıkça, "teorinin ağacı gridir, pratiğin ağacı ise yeşildir" sözü kulağımızda yankılanıyor.

http://www.azzellini.net/node/2971

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5. Termine (İstanbul)

23. November 2016 -  01. Januar 2017, Arap Cami Mahallesi | 34420 Beyoğlu/İstanbul, TR

Who Throws Whom Overboard? Oliver Ressler

SALT Galata
Who Throws Whom Overboard? is a major presentation of Oliver Ressler's works dating from 2004 - 2016, and his  rst in Istanbul since the exhibition An Ideal Society Creates Itself at Platform Garanti Contemporary Art Center in 2005. Who Throws Whom Overboard? brings together photographic works, wall texts, films and installations addressing migration, borders, citizenship, capital and alternative economics. The exhibition does not suggest that these “issues” are related in terms of policy, but rather that they can be read as the conjoined faces of an ongoing, global crisis.

read more: http://www.azzellini.net/node/2973

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Dario Azzellini

www.azzellini.net

Department of Sociology, Politics and Development Research Johannes Kepler Universität (JKU) Linz