Colombia

Südamerikanische Taliban

Kolumbien: Die USA stehen überall an der Front

Die USA haben im Rahmen ihres «Feldzugs gegen den Terrorismus » auch Kolumbien wieder stärker ins Visier genommen. Eine US-Militärintervention schloss Philip Reeker, Sprecher des US-Aussenministeriums, Mitte Oktober zwar noch aus. Doch Francis Taylor, «Anti-Terrorismus-Koordinator» derselben Behörde, sprach im Anschluss an eine Sitzung des Interamerikanischen Komitees gegen Terrorismus (CICTE) davon, dass in Kolumbien und anderen Staaten Lateinamerikas jetzt eine ähnliche Strategie verfolgt werden müsse wie in Afghanistan.

Wie US-Militärs, Söldner und Kriegsunternehmen im Krieg mitmischen

Kolumbien gleich Afghanistan? - Die Intervention hat schon begonnen

In den vergangen Jahren haben die USA wiederholt mehr oder weniger offen mit einem direkteren Eingreifen in Kolumbien gedroht. Bisher ist die US-Army jedoch nicht einmarschiert. Das heißt allerdings nicht, daß die USA auf eine Präsenz im Konflikt verzichten würden. Aktuell befinden sich laut Pentagon 175 bis 200 US-Militärs in Kolumbien, die der kolumbianischen Armee als Militärberater im "Kampf gegen Drogen" beistehen, sowie weitere 100 Agenten des CIA und der Antidrogenbehörde DEA.

Im Zuge der weltweiten Anti-Terror-Kampagne geraten auch die kolumbianischen Guerillas ins Visier der USA

Taliban im Caguán

Ich weiß, dass unser Beistand im Kampf Kolumbiens das Gegenstück zu Ihrem Beistand für das amerikanische Volk in diesen schwierigen Zeiten ist. Ich hoffe mit Ihnen zusammenzuarbeiten, um dieser schwierigen Herausforderung zu begegnen." Das erklärte US-Präsident George W. Bush Ende Oktober in einem Brief an den kolumbianischen Präsidenten Andrés Pastrana, in dem er sich für das Mitgefühl nach den Anschlägen vom 11. September bedankte.

USA-Botschafterin vergleicht FARC mit Taleban

Guerillas Ziele der Anti-Terror-Kampagne

Im Rahmen ihres "Feldzuges gegen den Terrorismus" scheinen es die USA nicht nur auf den arabischen und asiatischen Raum abgesehen zu haben. Auch Kolumbien rückte immer mehr in das Blickfeld der Bush-Regierung.

Die Gespräche mit der ELN-Guerilla sind am Ende

„Lügen Sie nicht, Herr Präsident!“

Die Gespräche zwischen der kolumbianischen Regierung und der zweitgrößten Guerilla des Landes, dem Nationalen Befreiungsheer ELN, sind endgültig abgebrochen worden. ELN und Armee begannen erneute Militäroffensiven, während die Herbizid-Besprühungen vermeintlicher Drogenanbaugebiete wieder aufgenommen wurden.

Nach dem Abbruch der Gespräche zwischen der kolumbianischen Regierung und der Guerillaorganisation ELN haben beide Seiten eine Militäroffensive begonnen

Kein Strom für Medellin

Die Gespräche zwischen der kolumbianischen Regierung und der zweitgrößten Guerilla des Landes, dem Ejército de Liberación Nacional (ELN), sind endgültig abgebrochen worden. ELN und Armee haben jeweils eine Militäroffensive begonnen, während die Herbizid-Besprühungen vermeintlicher Drogenanbaugebiete wieder aufgenommen wurden.

Der »Plan Colombia« verschont die Drogen-Oligarchie

Blinder Fleck im Pulverkrieg

In Kolumbien haben erste Maßnahmen des »Plan Colombia« begonnen. Er soll das Drogenproblem lösen und die Entwicklung der ländlichen Regionen ankurbeln, verspricht die kolumbianische Regierung. Doch längst hat sich der Plan als Rechtfertigung für militärische Aufrüstung entpuppt. Dabei werden die ökonomischen Strukturen des Drogenhandels ebenso ignoriert wie die gesundheitlichen und ökologischen Folgen der Drogenbekämpfung.

von Dario Azzellini

Das Prinzip der Profitmaximiereng im Drogenhandel

Gesundheitliche Folgen und ökologische Schäden der Drogenbekämpfung

Das Prinzip der Profitmaximiereng baut im Drogenhandel – nicht anders als in der restlichen kapitalistischen Produktion – auf die Auslagerung sozialer und ökologischer Kosten. Um einen möglichst hohen Ertrag zu erzielen, kommt es vor allem bei großflächigem Drogenanbau zum massiven Einsatz von Fungiziden, Herbiziden, Pestiziden und Kunstdüngern. Eine weitere Ursache massiver ökologischer Schäden liegt in der Weiterverarbeitung der Drogengrundstoffe, denn die Produktion der Kokapaste verseucht die Flüsse mit Benzin, Äther, Azeton und anderen Chemikalien.

Sicherheitskräfte und Paramilitärs eskalieren den Bürgerkrieg in Kolumbien. Die Guerillaorganisation ELN bricht die Gespräche mit der Regierung in Bogotá ab

Mit Herbizid und Kettensägen

Nach einem ausgedehnten Massaker der Paramilitärs mit etwa 40 Toten hat die kolumbianische Nationale Befreiungsarmee ELN am vergangenen Donnerstag die Einstellung der Gespräche mit der Regierung verkündet. Comandante Pablo Beltrán, Mitglied des Zentralkommandos (Coce) der ELN und dritthöchster Vertreter der Guerilla, verlas am frühen Morgen ein Kommuniqué im Radio, in dem der Regierung vorgeworfen wurde, keinen Willen zur Bekämpfung der Paramilitärs und ihrer Allianz mit dem Militär zu besitzen.

"Drogenbekämpfung" mit Söldnertruppen aus den USA

Plan Colombia in Aktion

Beim Antrittsbesuch des kolumbianischen Präsidenten Andrés Pastrana in Washington bekräftigte er gemeinsam mit seinem neuen Kollegen George Bush, die beiden Regierungen wollten den Plan Colombia vorantreiben. Als Drogenbekämpfungsprogramm getarnt wird so mit US-amerikanischer Finanz- und Militärhilfe der Kampf gegen die linksgerichteten Guerillas intensiviert.