Italien, eine starke Linke mit gesellschaftlicher Verankerung,
breite Bündnisse, eine beeindruckende Massenmobilisierung, ein brutales
Vorgehen der Sicherheitskräfte, Schusswaffengebrauch, der Exekution
eines Demonstranten, eine Regierung, die an Zynismus kaum zu überbieten
ist, fragwürdige Anschläge und dann wieder Hunderttausende auf
den Straßen, gegen den Krieg und gegen die rechte Regierung. Die Ereignisse
rund um den G8 in Genua im Sommer 2001 und die linke Mobilisierungsfähigkeit
nach dem 11. September und gegen den "Antiterror-Krieg" zeugten
Entsetzen, Verwunderung, Erstaunen und Bewunderung zugleich.
Das vorliegende Buch versucht die Hintergründe zu beleuchten. Mit Kapiteln
über die Geschichte der außerparlamentarischen Linken, der Analyse
der drei großen rechten Regierungsparteien Forza Italia, Alleanza
Nazionale und Lega Nord, der Darstellung der Ereignisse in Genua und der
politischen Folgen, einem Exkurs zur Strategie der Spannung historisch und
aktuell, sowie Interviews mit verschiedenen SprecherInnen (Tute Bianche,
Disobbedienti, Cobas, Rifondazione Comunista) der breiten Bewegung, wird
das Italien des neuen Jahrtausends aus dem Reich der Mythen heraus geholt. |