Eine eindrucksvolle, übersichtlich strukturierte
Einführung in die politische Geschichte und Aktualität des viertgrößten
Landes des Subkontinents.
Mit großer Sachkenntnis nähern sich die Autoren den historischen
Wurzeln des kolumbianischen Dramas, der "Violencia", jener angeblich
unerklärlichen, allgegenwärtigen Gewalt, die den Mord zur häufigsten
Todesursache unter jungen Kolumbianern werden ließ. Dabei werden die
engen Verflechtungen der staatlichen Eliten mit dem militärischen Repressionsapparat
und ihre wirtschaftlichen Interessen aufgezeigt. Auch die internationalen
Konzerne (allen voran die aus den USA, Großbritannien und Deutschland)
sind mit im Spiel, wenn es um die billige Ausbeutung von Erdöl, Gold
und der natürlichen Artenvielfalt kolumbianischer Regenwälder
geht. Der Paramilitarismus wird ausführlich behandelt, ebenso die Guerillabewegungen.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der Darstellung der Drogenökonomie.
Abgerundet wird das Buch durch einige Interviews und eine Aktualisierung
vom November 2000. |