"Kultur des Friedens - damit ist ein hohes Ziel
gemeint. Es ist die Vision einer echten Leitkultur, die über alle ethnischen,
nationalen und religiösen Grenzen hinausreicht und die hervorbringen
soll, was heute noch eher eine Leerformel darstellt, nämlich eine menschliche
Gemeinschaft, eine Gemeinschaft der Menschlichkeit, was die englische Sprache
mit dem einem doppelsinnigen Wort Humanity erfassen kann". Horst-Eberhard
Richter
Nach den Anschlägen in den USA am 11. September 2001 und dem darauf
folgenden "Krieg gegen den Terror" von den USA steht die Welt
an der Schwelle zu einen neuen Zeitalter weltweiter blutiger Kriege und
Konflikte. Hinzu kommt der Terror der Ökonomie, der in Form der so
genannten Globalisierung ebenso weltweit auf alle Menschen wirkt. Was kann
man dagegen tun, wie könnte eine aktive Gestaltung einer friedlichen
und gerechten (Welt-)Gesellschaft aussehen? Welche Alternativen zu Krieg
und einer entfesselten Ökonomie gibt es? Ist eine andere Welt möglich
und wie könnte sie konkret aussehen? Diesen Fragen geht der internationaler
Friedenskongress, der von der deutschen Sektion der Internationalen Ärzte
für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW) im Mai 2003 in Berlin
veranstaltet wurde, nach. Gerade angesichts neuer Kriege und kultureller
Polarisationen in vielen Teilen der Erde erfordert eine Kultur des Friedens
die Globalisierung der Erkenntnis, dass alle auf alle anderen in dieser
Welt angewiesen sind - dass es also nur eine gemeinsame Sicherheit geben
kann. Der Band dokumentiert die Beiträge dieser Veranstaltung: Namhafte
Persönlichkeiten aus Gesellschaft, Literatur, Politik und Wissenschaft
- insbesondere der Friedensforschung - fordern diskursiv zu radikaler Aufklärung
und zur Belebung einer Kultur des Friedens. |